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mehr aus dem leben machen: positive psychologie

Eine Wissenschaft vom gelingenden Leben? Das gibt es? Zum Glück lautet die Antwort: „ja“. Dieser durch und durch wissenschaftliche Zweig der modernen Psychologie untersucht Fragen wie: 

  • Was lässt uns Menschen aufblühen?
  • Was können wir tun, damit unser Leben lebenswert wird?
  • Wie gelingen positive Beziehungen – auch im Alltag?
  • Was IST eigentlich „Lebensfreude“ und „Sinn“? Und wo bekomme ich das her?

In der Tat ist die Positive Psychologie etwas ungewöhnlich, denn im Gegensatz zur „klassischen“ Psychologie mit all ihren Theorien und Techniken hat sie das „Glück“ im Blick. Und welcher Wissenschaftler sagt schon, er erforsche „glückliches Leben“? Wer jedoch die Geschichte kennt, versteht, was damit gemeint ist. 

Als Abraham Maslow (ja, der von der Maslowschen Bedürfnispyramide) im Jahr 1954 den Begriff „Positive Psychologie“ verwendete, hatte er die Idee, dass „Psychologie“ nicht nur Krankheiten (also Defizite) heilen können sollte – sondern auch das Wohlbefinden „gesunder“ Menschen steigern solle. Das ging in den ebenso sehr „positiven“ „Humanistischen Methoden“ wie z.B. der Personenzentrierten Gesprächstherapie von Carl Rogers und den Forschungen von Viktor Frankl, Fritz Perls und Virginia Satier allerdings wohl etwas unter.

Erst ein halbes Jahrhundert griff der US-Psychologie Martin Seligman wieder auf und forschte an der University of Pennsylvania. Im Jahr 1998 wurde er zum Präsidenten der American Psychological Association (APA) gewählt, und schlug in seiner Antrittsrede vor, dass sich die Forschung mehr in diese „positive“ Richtung bewegen solle – da die Defizitseite nun schon sehr gut definiert und beschrieben war. 

„positive psychologie“ ist NICHT „think positive“

Während die sehr unwissenschaftliche „Think Positive“-Bewegung davon ausgeht, dass man „einfach nur“ positiv denken müsse (!), erforschen im Zweig der Positiven Psychologie die Wissenschaftler sehr akribisch und genau, wie „Glück“ vom Menschen wahrgenommen wird und was zu einem Glücksgefühl führt. Eines der bekanntesten Ergebnisse ist wohl der berühmte „Flow“, ein Begriff, denn Prof. Dr. Mihaly Csikszentmihalyi geprägt und nachvollziehbar beschrieben hat. Wer sich im „Flow“ (also in einem sehr angenehmen Bereich zwischen Unter- und Überforderungen) befindet, arbeitet nicht nur maximal produktiv, sondern empfindet dies als absolut erfüllend. Dies ist übrigens einer der Gründe, warum sehr viele Unternehmen in der Entwicklung ihrer Mitarbeiter verstärkt auf „Positive Psychologie“ setzen. So sind diese besonders leistungsfähig und fallen wegen weniger Krankheitstagen seltener aus. 

was positive psychologie kann – und was nicht

Dieser jüngsten Richtung der Psychologie wird allerlei zugetraut und noch mehr wird darüber geschrieben. Eine Suche bei Amazon nach „Positive Psychologie“ zeigt das eindrucksvoll. 

Ich persönlich bezweifle aber, dass sich ein Patient selbst mit einer leichten Depression darauf verlassen sollte, dass ihn diese heilt. Ebenso sind alle anderen „Störungen“ im Sinne des Krankheits-Begriff in der Psychologie bestenfalls unterstützend mit den Tools der Positiven Psychologie zu behandeln. Für alle diese „Krankheiten“ gibt es, wie oben gesagt, viel bessere „klassische“ und auch aktuellere Maßnahmen und Interventionen. 

Wer jedoch das Gefühl hat, irgendwie mehr Glück, Zufriedenheit oder Lebensfreude gewinnen zu können, wer gerne „aufblühen“ („Flourish – Wie Menschen aufblühen“ heißt das bekannteste Buch von Martin Seligman) möchte, kann bei den Techniken und Tools der Positiven Psychologie fündig werden. 

wie ich Positive Psychologie einsetze

 Ich kenne niemandem, dem ich nicht gerne das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs nahe legen möchte. Deshalb empfehle ich zum Beispiel dieses manchen Klienten hin und wieder als „Hausaufgabe“. Und es gibt rund um die 24 Charakterstärken, mit denen in der Positiven Psychologie gearbeitet wird, einige Tests und Verfahren, die hilfreich sein können. 

Allerdings ist allein schon das Wissen um die Vorgänge etwa darüber, wann und in welchen Situationen „Flow“ auftreten kann, für clevere Klienten ein wichtiger Schritt. 

So ist die Positive Psychologie für mich keine „Therapieform“ oder der einzige Inhalt einer Sitzung. Sie liefert vielmehr sehr viele Ideen, Tools und Tricks, die schon mir und nun auch meinen Klienten weiter helfen. 

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