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therapeutischer spaziergang

 
Ein schöner Spaziergang an frischer Luft – am besten im Wald – fördert nicht nur die Verdauung, sondern auch die Verarbeitung psychischer Themen und die seelische Entwicklung.
 
Dass ein Verdauungsspaziergang auf das körperliche Wohlbefinden wirkt, wissen wir alle und das klingt auch logisch: Die Bewegung unterstützt die Peristaltik im Magen und Darm und die leichte (!) Anstrengung sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel schneller sinkt. Ein bisschen überraschend ist zunächst dies: Regelmäßiges Laufen (also nicht „Joggen“, sondern „gehen“) senkt sogar das Risiko für Depressionen. Das legt jedenfalls eine Studie nahe.
 
Weil Spazierengehen einen positiven Effekt auf die Seele haben kann, ist es manchmal eine angenehme Art der Therapie oder des Beratungsgesprächs. Die Bewegung lässt den Kreislauf in Schwung kommen, die Naturgeräusche und die frische Luft senken die Produktion von Stresshormonen im Blut. In Japan ist das sogenannte „Shinrin Yoku“ schon zu einem festen Teil der Gesundheitsvorsorge geworden. Andere Studien legen den Verdacht nahe, dass selbst im Krankenbett der Blick auf Natur schneller zu Heilung führt als der Blick auf Häuser.
 
Aber mal ganz ehrlich: Beweisen solche Studien eigentlich nur das, was der gesunde Menschenverstand ohnehin nahelegt?
 
Wie auch immer: Ich selbst verzichte meist auf öffentliche Verkehrsmittel und „spaziere“ meine Wege durch München per pedes. So komme ich täglich auf viele Kilometer – im Englischen Garten, in einem der vielen anderen Parks oder entlang der Isar. Gespräche, die ich dabei führe, sind bei solchen Stadtspaziergänge natürlich nicht so ablenkungsfrei wie im Therapieraum. Doch vielleicht es gerade das, was manche Klienten bei einem therapeutischen Spaziergang dazu bringt, besonders entspannt über belastende Themen zu sprechen. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Lauf-Bewegung (linkes Bein, rechts Bein, rechter Arm, linkes Bein) viele Areale im Gehirn aktivieren. 
 
Gerne treffen wir uns in einem der wundervollen Münchner Parks und lassen uns gemeinsam von unseren Schritten und Gedanken leiten. Oder wir verabreden uns ein bisschen außerhalb – und zwar dort, wo die Ablenkung geringer und die Natur ursprünglicher ist. 

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