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ecotherapie & waldbaden

therapeutischer spaziergang

Ein schöner Spaziergang an der frischen Luft – am besten im Wald – fördert nicht nur die Verdauung, sondern auch die Verarbeitung psychischer Themen und die seelische Entwicklung.

Was die Wissenschaft sagt | Und der gesunde Menschenverstand? | Vom Spaziergang zur Therapie | Was ich dir anbiete | Wie du selbst therapeutisch spazieren gehen kannst

was die wissenschaft sagt

Wie ein Verdauungsspaziergang auf das körperliche Wohlbefinden wirkt, wissen wir alle: Die Bewegung unterstützt die Peristaltik im Magen und Darm und die leichte (!) Anstrengung sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel schneller sinkt. Ein bisschen überraschend allerdings dies: Regelmäßiges Laufen (also nicht „Joggen“, sondern „gehen“) senkt sogar das Risiko für Depressionen. Das legt jedenfalls eine Studie nahe.

Es gibt sogar ein schlaues Wort dafür: „Ecotherapie“ ist, wenn man die Natur zur Heilung hinzuzieht. Und das ist wissenschaftlich belegt: An der Universität in Essex hatten 90 Prozent der Probanden mit Depression nach einem Spaziergang in der Natur ein höheres Selbstbewusstsein und mehr als die Hälfte fühlte sich weniger depressiv. An der University of Queensland ergab eine Studie, dass regelmäßige Spaziergänge das Risiko von Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Stress und Angst mindern. 

In Japan ist das sogenannte „Shinrin Yoku“ schon zu einem festen Teil der Gesundheitsvorsorge geworden und an Universitäten wird „Forest Medicine“ angeboten – in Deutschland noch völlig undenkbar. Die Ergebnisse der asiatischen Studien legen allerdings einige sehr „faktische“ Gründe für die Wirkung des Waldbadens nahe: Da geht es zum Beispiel um die ätherischen Öle, die dank der Bäume in der Luft liegen und um sogenannte Terpene, die dank des reichen Waldbodens in die Luft steigen und die als Killerzellen sogar gegen Krebs wirken sollen. Für unseren Zweck besonders wichtig: Der Aufenthalt im Wald soll auch depressive Stimmung, Angst und Zorn verringern. Es werden Stresshormone abgebaut und dadurch steigt die Vitalität. Andere Studien legen den Verdacht nahe, dass selbst im Krankenbett der Blick auf Natur schneller zu Heilung führt als der Blick auf Häuser.

Kurz gesagt: Es ist auch wissenschaftlich sehr wahrscheinlich, dass ein Spaziergang im Wald ein erster Schritt zur Heilung von Störungen wie Depression oder Burnout ist. Für  die Risikogruppe „Digitale Arbeiter“ ohnehin. Aber hätten wir dafür die Wissenschaft gebraucht? 

ist das nicht nur gesunder Menschenverstand?

Ja, so sehe ich das auch: Ich selbst verzichte weitgehend auf das Auto, das Rad und auf öffentliche Verkehrsmittel und „spaziere“ meine Wege durch Münchens Parks und Wälder fast immer per pedes. So komme ich täglich auf viele Kilometer. Das benötigt zwar etwas mehr Zeit für den Weg von A nach B. Doch die spare ich durch meine gute Laune und eine erhöhte Produktivität dadurch wieder ein.

Es gibt übrigens noch einige Hinweise, warum das funktioniert: Das beginnt schon bei der Farbe „grün“, die im Wald vorherrscht. Das ist die Farbe der Mitte und sie wirkt beruhigend, ohne zu ermüden. Sie wird – in der medizinischen Farbentherapie – bei sehr vielen Symptomen und Krankheiten eingesetzt; etwa bei Magenproblemen, Allergien oder vorzeitigem Altern! Man sagt, „grün“ lässt Kraft sammeln und hilft der Regeneration. Viele Gründe, in den Wald zu gehen, oder? 

Zumal – nun, darüber kann man verschiedene Meinungen haben – es vielleicht auch heilsam ist, zumindest für eine gewisse Zeit, dem Elektrosmog zu entfliehen. Ich selbst trage mein iPhone auch ständig mit mir herum. Doch im Wald habe ich regelmäßig den Wunsch, es auszuschalten. Das fühlt sich irgendwie besser an. 

vom spaziergang zur therapie bzw. coaching

Also: Spazierengehen im Wald hat also einen positiven Effekt auf den Körper und die Seele. Wie aber lässt sich das therapeutisch nutzen? Hier einige Gedanken dazu:

  • Für die Etablierung einer guten Gewohnheit („Spazierengehen in der Natur“) braucht es manchmal eine Verabredung und einen ersten Schritt. Diesen tun wir gemeinsam.
  • Gerne zeige ich dir die schönen Plätze rund um München. Und vermutlich wirst du sie schon kennen – doch möglicherweise nicht von dieser Seite.
  • Die Therapie- oder Beratungsgespräche verlaufen anders als in der Praxis. Denn wir blicken in dieselbe Richtung auf grüne Natur. Das kann beruhigend wirken und neue Gedanken wecken.
  • Die Bewegung bringt unseren Kreislauf in Schwung, die Naturgeräusche und die frische Luft senken die Produktion von Stresshormonen im Blut. Das sind beste Voraussetzungen, sich zu öffnen.

Natürlich: Gespräche, die ich bei dieser Form der Ecotherapie führe, sind nicht so ablenkungsfrei wie im Therapieraum. Doch vielleicht ist es gerade das, was manche Klienten bei einem therapeutischen Spaziergang dazu bringt, besonders entspannt über belastende Themen zu sprechen. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Laufbewegung (linkes Bein, rechts Bein, rechter Arm, linkes Bein) viele Areale im Gehirn aktiviert.

Und es ist wie immer: Die Kombination aus Therapieraumgespräch und therapeutischem Spaziergang ist vielleicht die beste Lösung. Lass uns drüber reden.

was ich dir anbiete

Ja, nun. Lass uns darüber reden. Jede Therapie, jede Beratung und jedes Coaching beginnt natürlich in der Praxis oder an einem anderen ruhigen Ort. Wenn wir aber mehrere Termine vereinbart haben, kann es gut sein, dass ich dir vorschlage, einen (oder mehrere) davon an frischer Luft im Wald zu verbringen. 

Gerne zeige ich dir aber auch gerne alle anderen Möglichkeiten der Ecotherapie oder des „Waldbadens“, wie man es auch nennt. Denn wenn du alleine den Weg in die heilende Umgebung eines Waldes findest, ist das mindestens genauso hilfreich wie eine gemeinsame Stunde. Denn du wirst viel offener für all diese Gerüche, Farben und Stimmungen sein. 

wie du selbst „therapeutisch“ spazierengehen kannst

Ich unterstütze dich gerne auch mit einem Therapie-Spaziergang. Allerdings kannst du auch ohne mich ohne viel Aufwand viel Nutzen aus deinen Spaziergängen ziehen. Hier einige Tipps, was es zu beachten gibt:

  •  Entspanne dich! Es geht nicht um Sport, sondern um Achtsamkeit. Deshalb sollte die Anstrengung wirklich moderat sein. Laufe nicht zu schnell und nicht zu lange. 
  • Nimm dir die notwendige Zeit! Nur zehn Minuten an frischer Luft sind toll. Ich würde allerdings sagen, einen echten Nutzen hast du nach einer halben Stunde. Vielleicht magst du auch mal zwei Stunden spazieren gehen. Allerdings: es geht nicht um Leistung!
  • Das Wetter ist egal! Oder, nicht ganz: Natürlich wirst du dich viel besser fühlen, wenn du nach einer halben Stunde Spaziergang an einem kalten Regentag zurückkommst. Auf keinen Fall gibt es ein Wetter, bei dem du nicht raus kannst. Nun, vielleicht bei Sturm…
  • Gehe allein oder nimm deinen persönlichen Therapeuten mit: Wenn du mal ein wenig Ruhe und Abstand brauchst, um über etwas nachzudenken, ist ein Solo-Spaziergang vermutlich die beste Idee. Hast du gerade eine persönliche Nuss zu knacken oder du willst ein Thema genauer beleuchten, dann nimm jemanden mit, zu dem du Vertrauen hast und der die Regeln (nächster Punkt) mitmacht. Schlage vor, dass ihr das nächste mal die Rollen wechselt. 
  • Rede mit Regeln: Bist du mit einer Vertrauensperson unterwegs, vereinbart am Start drei wichtige Regeln. Erstens legt die Zeit fest, in der ihr „Therapeut und Klient“ sein wollt. Zweitens sollte der „Therapeut“ gute Ratschläge oder seine Meinung möglichst zurückhalten. Es geht darum, dass der Klient spricht – und sich nicht gegen gut gemeinte Vorschläge wehren muss. Und drittens seid auch einfach mal ruhig. Lasst euch beide die Zeit, immer mal wieder über das Gesagte nachzudenken und den Wald auf euch wirken zu lassen. Es geht nicht um die Menge der Wörter, sondern um deren Qualität. 

Und nun: Versuche es! 

Eric Kubitz
Coach, Berater, Heilpraktiker für Psychotherapie

Achtsamkeitsbasierte Methoden | Gesprächspsychotherapie | Systemische Methoden

Praxis: Clemensstr. 12 (Praxis LOEWENHERZ), München / Schwabing 

089/41 32 67 05, praxis@kubitz.net

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